Auf der sicheren Seite – Leistungssport Austria wird zur Safe-Sport-Bastion

Workshops sensibilisieren LSA-Mitarbeiter:innen für Grenzverletzungen und Gewalt im Sport / Arbeiten am Safe Sport Kodex in vollem Gange 

Leistungssport Austria setzt die Bemühungen im Bereich Safe Environment für Athlet:innen und Athleten mit Nachdruck fort. Nachdem Petra Achleitner und Vorstand Stefan Grubhofer im Februar die Ausbildung zu Präventions- und Schutzbeauftragten durchlaufen hatten, wurden nun alle Mitarbeiter:innen im Rahmen eines eintägigen Workshops von 100% Sport, dem Österreichischen Zentrum für Genderkompetenz und Safe Sport, für Grenzverletzungen, Diskriminierung und Gewalt im Sport sensibilisiert.

Dabei gaben die Workshop-Leiterinnen Corinna Kuhnle und Viola Kleiser (im Bild links), beide selbst über viele Jahre Hochleistungssportlerinnen, einen Überblick über alle relevanten Fragen zum Thema. Neben den verschiedenen Arten von Grenzverletzungen und Formen interpersoneller Gewalt wurde auch der Bystander-Effekt thematisiert – das Phänomen, dass die Motivation, in einer Notsituation einzugreifen und dem potenziellen Opfer zu helfen mit der zunehmenden Zahl anwesender Personen sinkt. Das richtige Reagieren in diesen Bystander-Situationen wurde ebenso thematisiert wie mögliche generelle Handlungsoptionen, beginnend mit Intervention und Prävention. Gerade in der Gewaltprävention nehmen Trainer:innen und Betreuungsumfeld eine Schlüsselrolle ein, die mit viel Verantwortung verbunden ist. Es gilt nicht nur, potenziell heikle, oft mit Körperkontakt verbundene Situationen mit Respekt, Gelassenheit und Souveränität zu meistern, sondern ein Klima des Empowerments zu schaffen, das die Persönlichkeitsentwicklung der Sportler:innen unterstützt. Abgerundet wurde der Workshop mit einer Reihe von Reflexionsübungen. Um das Erarbeitete noch besser zu internalisieren, gilt es für die LSA-Mitarbeiter:innen nun, einen umfassenden Safe-Sport-Onlinekurs positiv abzuschließen. Ein weiterer Workshop ist für November anberaumt.

Leistungssport Austria war aber auch bei weiteren Expert:innen-Events zum Thema Integrität im Sport prominent vertreten. So etwa nahm LSA-Digitalisierungsbeauftragter Lukas Orler  an einer Diskussionsrunde teil, die am 22. Juni im Haus des Sports auf Initiative des Sportministeriums die Arbeiten für die Entwicklung eines Safe Sport Kodex einläutete. Orler berichtete dabei über seine einschlägigen Erfahrungen während seiner Zeit beim englischen Fußballverband. “Ziel des Kodex ist es, gemeinsame Standards für Prävention, Meldestrukturen, Aufarbeitung und Schutzmaßnahmen im österreichischen Sport zu definieren. Wer Sport treibt, muss darauf vertrauen können, respektvoll behandelt und wirksam geschützt zu werden. Mit dem Safe Sport Kodex schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für den gesamten österreichischen Sport”, erläuterte Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt.

Wirtschafts-Vorstand Stefan Grubhofer und Petra Achleitner wiederum nahmen an der 4. Österreichischen Safe-Sport-Tagung in der Sport Arena Wien zum Thema “Safe Sport im Nachwuchssport – schützen, fördern, begleiten” teil. Die von 100 % Sport organisierte Tagung beleuchtete das Thema u.a. aus sportpsychologischer und sportpraktischer Sicht. Sportpsychologin Jana Bayerl schilderte dabei die Problematik, dass junge Athlet:innen Grenzverletzungen und Gewalt oft nicht als solche erkennen würden. Demgemäß stand die Frage im Zentrum, wie wirksamer Schutz im Nachwuchssport in einem System von Leistungsdruck, Abhängigkeiten und hohen Erwartungen gelingen kann. Ergänzt wurden die Vorträge um Einblicke in die Arbeit der Vertrauensstelle vera* Sport.