Jump and Reach – vor historischem EM-Sommer standen Volleyball-Nationalteams bei LSA auf dem Prüfstand
ÖVV-Frauen erleben erste Titelkämpfe seit 55 Jahren / Testbatterien mit Leistungssport Austria sollen auf alle Nationalmannschaften ausgeweitet werden
Österreichs Volleyball-Frauen-Nationalteam erlebt dieser Tage Historisches – die erste EM-Teilnahme seit 55 Jahren, Duelle gegen Europa-Ranking-Leader Serbien & Co., erstmals Live-Coverage auf ORF1. Teamchef Schwab unterstreicht die Bedeutung der Premiere: „Manche Spielerinnen haben zehn Jahre investiert, um das erleben zu dürfen. Jetzt wollen wir die Chance nützen, die Sportart in Österreich auf ein neues Level zu heben, damit sich zu den derzeit fünf Profis noch viele weitere gesellen.“
Eine spannende Reise, die im Frühling mit dem ersten Schritt begann. Eigentlich mit dem ersten Sprung, ganzen Serien von Sprüngen. Denn zum Start einer jeden Wettkampfperiode finden sich die Sportwissenschaftler:innen von Leistungssport Austria am Bundesstützpunkt in Steinbrunn zur physiologischen Standortbestimmung ein.

Gemessen werden bei sämtlichen Nationalteamspielerinnen und -spielern verschiedenste Parameter in den leistungsrelevanten Themenfeldern Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Gewandtheit. „Für uns und die Trainer liefern vor allem die Längsschnittanalysen wertvolle Erkenntnisse – wie haben sich die Werte der Spielerinnen und Spieler im Jahresvergleich verändert, wo gibt es Entwicklungspotenzial, woran muss gearbeitet, wie muss das Training gesteuert werden?“, sagt Testleiterin Valentina Powolny (unten links).

Mit ihr zeichneten Christoph Triska, Johannes Ernst und Matthias Wiese für die Messungen an den rund zehn Teststationen verantwortlich. „Neben Sprints, Richtungswechseln und Medizinball-Weitwurf sind natürlich die Sprungtest von großem Interesse, insbesondere die Ermittlung der Reichhöhe mit den Fingerspitzen“, erklärt Christoph Triska, Leiter der Abteilung Sportwissenschaft bei Leistungssport Austria. Abgerundet wurden die sportmotorischen Tests durch anthropometrische Messungen, die von Abteilungsleiterin Marietta Sengeis und Matthias Titz durchgeführt wurden. Hierbei stand die Ermittlung der Körperzusammensetzung, insbesondere Muskel- und Fettanteil, im Fokus.

„Die Tests in der ersten Trainingswoche haben schon Tradition, die Spielerinnen und Spieler freuen sich regelrecht darauf, da entwickeln sich regelrechte Battles – wer läuft schneller, wer springt höher“, freut sich Roland Schwab, Nationaltrainer und Sportdirektor des Frauen-Nationalteams. „Unser Ziel ist es mittelfristig, die Zusammenarbeit mit Leistungssport Austria auf alle Nachwuchs-Nationalteams, Akademien und Vereine auszurollen, damit die Trainerinnen und Trainer aus diesem Datenpool die optimalen Rückschlüsse für ihr Training ziehen können.“ Auch Kapitänin Nina Nesimovic ist vom Mehrwert der Messungen überzeugt. „Die Tests sind für die Entwicklung aller Spielerinnen wertvoll, weil sie sehr deutlich machen, an welchen Schwachstellen gearbeitet werden muss.“
Testleiterin Powolny freut sich über das gemeinsame Wachsen mit dem ÖVV: „Der Volleyballverband hat sich über die letzten Jahre in eine sehr professionelle Richtung entwickelt, die Ergebnisse spiegeln das wider. Wir von Leistungssport Austria freuen uns natürlich sehr, unseren Teil zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen zu dürfen.“
© LSA/Alex Foret



