LSA-Schützlinge räumen bei Sport Austria Finals ab

Andreas Ernhofer glänzt mit inoffizieller Weltrekordzeit / Christian Giefing holt zwei U18-Rekorde und vier EM-Limits / Lauro Falchetto erstmals Staatsmeister mit dem Florett

30 Sportstätten, über 40 Sportarten, mehr als 7.000 Athlet:innen – die Sport Austria Finals 2026 wurden ihrem Ruf als größter Multi-Sport-Event Österreichs voll gerecht. Aber auch die von Leistungssport Austria betreuten Sportler:innen geizten bei der Finals-Premiere in Wien nicht mit Superlativen.

Besonders beeindruckend: Para-Schwimmer Andreas Ernhofer (Bild), der nicht nur vier Staatsmeistertitel eroberte, sondern in 1:43,91 über 100  m Rücken eine bärenstarke neue, inoffizielle Welrekordzeit ins Becken des Flordsdorfer Bades knallte. Inoffiziell deshalb, weil keine internationalen Wertungsrichter anwesend waren. “Es war ein perfektes, sehr emotionales Wochenende. Geanu hier, wo ich meinen ersten Wettkampf geschwommen bin, den Weltrekord zu unterbieten, bedeutet mir sehr viel”, strahlte der 29-Jährige. LSA-Kollege Andreas Onea steuerte einen Stattsmeistertitel über seine Paradedisziplin 100 m Brust bei.

Christian Giefing schwamm zu zwei Rekorden sowie jeweils vier Titeln und EM-Limits.

Im Becken des Stadthallenbades erlebte Christian Giefing, Teil des Project Teams des Österreichischen Leistungssportzentrums in der Südstadt, weitere Sternstunden. Der 17-Jährige Junioren-Europameister gewann im Rahmen der internationalen Meisterschaften die Kurzbahntitel über 100, 200, 400 und 800 m Freistil, wurde über 200 m Lagen Zweiter, unterbot vier EM- und fünf Junioren-EM-Limits sowie zwei österreichische U18-Rekorde (800 Freistil, 200 Lagen). Weitere Limits verzeichneten die LSA-Schützlinge Valentin Bayer (EM, 50 m Brust), Noah Zemansky (EM, Staatsmeister über 400 m Lagen) und Nikita Semashko (Junioren-EM, 200 m Delfin).

Die zahlreichen Fans bei der Staatsmeisterschaft im Triathlon-Sprint in der Seestadt Aspern wurden zu Augenzeugen eines denkwürdigen Comebacks. Julia Hauser entschied die Titelkämpfe zehn Monate nach ihrem schweren Radsturz auf der Donauinsel nach beeindruckender Aufholjagd im Lauf-Split mit 16 Sekunden Vorsprung für sich. Die 32-Jährige, die seit ihrer schweren Verletzung von Leistungssport Austria vor allem sporttherapeutisch intensiv betreut wurde, steigt Mitte Juni auch wieder in das internationale Renngeschehen ein – rechtzeitig vor dem Beginn der Olympia-Qualifikation. Diese hat auch Julian Piller im Fokus, der 21-jährige LSA-Klient belegte im Herrenbewerb hinter zwei Triathlon-Routiniers den vielbeachteten dritten Platz.

Im Fechten wurde das Florett-Einzel der Herren zum Triumphzug der Südstadt-Riege. Lauro Falchetto (Bild) sicherte sich auf dem Rathausplatz mit erst 17 Jahren seinen ersten Staatsmeistertitel. Auf den Plätzen landeten Moritz Lechner und Jaden Nemec, alle drei werden puncto Krafttraining von Leistungssport Austria betreut. Ebenso wie Jan Schumann, der sich zunächst im Degenbewerb gegen Mitfavorit Josef Mahringer durchsetzen konnte, sich erst im Finale dem ungleich routinierteren Alexander Biro im Sudden Death geschlagen geben musste.

© Sport Austria Finals/Johannes Friedl (Flag), Nils Lang (2/Schwimmen), Michael Meindl (2/Fechten)

Im Flag-Football der Frauen durften die DeLaSalle Saints über ihren dritten Meistertitel seit 2023 jubeln – und damit auch Nationalspielerin Karoline Kugler (im Bild links), gleichzeitig Sportmedizinerin bei Leistungssport Austria. Die Saints verloren zwar das Endspiel gegen die Finals-Titelverteidiger Domzale Tigers aus Slowenien, standen aber bereits davor als nationale Meister fest. Die nächste Bewährungsprobe wartet auf Kugler und ihre Saints-Teamkollegin Sophie Spitzer mit der Nationalmannschaft Mitte Juni beim Einladungsturnier mit Mexiko und Deutschland im AFBÖ-Zentrum in Wien-Simmering.