Vier Musketiere wollen große Sprünge machen

LSA-Sportwissenschaftlerin Mirjam Aschauer begleitet Fecht-Equipe zum hochkarätigen Grand Prix nach Budapest / Rückschlüsse sollen Krafttraining noch effizienter machen

Dreimal pro Woche hilft Mirjam Aschauer den Fecht-Assen in der Südstadt auf die Sprünge. Und das braucht es auch, denn Sprungkraft und Explosivität gehören zu den elementaren Dingen des Krafttrainings, um auf der Planche erfolgreich sein zu können. Ob es beim Westend Grand Prix am dritten April-Wochenende in Budapest für die Degenfechter:innen zu großen Sprüngen reicht, wird sich weisen. Denn stärker besetzt könnte der hochkarätige Wettkampf mit 373 Startern und 281 Starterinnen kaum sein. Im Frauenbewerb sind die Top-10 der Weltrangliste vollzählig vertreten, bei den Männern fehlt lediglich einer aus dem erlauchten Kreis.

Von den 14 ÖFV-Budapest-Starter:innen haben sechs ihre sportliche Homebase in der Südstadt, vier befinden sich seit mittlerweile einem knappen Jahr unter Aschauers Fittichen – neben ÖLSZ-Talent Julia Pizzutti sind das Lena Chevaux (im Bild oben rechts), als Nr. 110 Österreichs bestgerankte Degenfechterin, Leonore Praxmarer und Jan Schuhmann (Bild links). Die beiden Letztgenannten befinden sich inmitten einer Comebacksaison, Praxmarer hatte eine Schulter-OP zu verkraften, Schuhmann einen Bandscheibenvorfall. “Verletzungen zu vermeiden, die Athletinnen und Athleten resistenter zu machen, sehe ich als eine meiner zentralen Aufgaben”, erklärt die Sportwissenschaftlerin und ehemalige Eiskunstläuferin. Genau deshalb beginnt jede Krafteinheit mit einem Fatigue-Monitoring, bestehend aus Sprüngen und Griffkrafttests (im Bild oben mitte Mirjam Aschauer mit Leonore Praxmarer). Je nach Ermüdungszustand werden Trainingsumfang und -intensität umgehend angepasst – was auch für ihre anderen Schützlinge gilt: die Florett-Fechter, Badmintonspieler, Radfahrer, fallweise auch die Judoka.

Um die Trainingsgestaltung künftig noch exakter an die Bedürfnisse der Fechter:innen anpassen zu können, wird Aschauer ihre Musketiere beim Wettkampf in Budapest genau unter die Lupe nehmen. Nach den zuletzt gezeigten Trainingsleistungen erhofft sie sich, am Sonntag einige im Finale der besten 64 zu sehen. “Kraftentwicklung, Explosivität, Sprungperformance – alle Leistungsparameter zeigen in die richtige Richtung. Jetzt müssen sie es ,nur’ noch auf die Bahn bringen.”